Veröffentlicht in Medien, Privates

Und da sah ich: Schnee.

Wer bestimmt eigentlich, dass jetzt Weihnachten ist? Nachdem in dieser Woche weder Stephan Kimmigs „Macbeth“ im Akademietheater noch die Durchsagen der Wiener Linien für eine jener „tieferen Erkenntnisse“ gesorgt haben, über die man sich ab und zu freut, ist es einem Zufall zu verdanken, dass ich doch noch ins Grübeln geraten bin. Zuzuschreiben ist dies der Abwesenheit eines Fernsehers in meiner Wohnung. Und jenem Kulturschock, der mich ereilte, als ein lieber Kollege den schönen Büro-Bildschirm, auf dem der Teletext nonstop für Aktualität sorgt, missbrauchte, um sich die ORF-Übertragung eines Skirennens zu Gemüte zu führen. Und da sah ich: Schnee. Also: Bilder einer schneebedeckten Landschaft. Und da kam eine dunkle Erinnerung aus dem äußerst kurzen Philosophie-Studium hoch: Wo beginnt die Existenz der Dinge? Reicht es, einfach zu glauben, dass es irgendwo geschneit hat, oder hat es erst irgendwo geschneit, wenn ich es im Fernsehen sehe? Und: Was, wenn das Fernsehen es schon oft gezeigt hat, ich es aber nicht gesehen habe? Für mich gibt es seit gestern Schnee in Österreich. (Naja, das Rennen war in der Schweiz, wurscht). 

Jedenfalls unterbrechen solche Sendungen die Werbung, was den Bogen zur Existenz der drohenden Weihnachtstage schlägt. Dass Ö3 eine selbstgesungene Weihnachts-CD herausgebracht hat, hab ich schnell wieder vergessen. Ob sie deshalb aufhört zu existieren?