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Jugendsünden, Überzeugungen, die Basis für all das, was wir sind

wir alle haben mal an etwas geglaubt, wofür wir vielleicht sogar gestorben wären. und ganz plötzlich – kaum ist die uni fertig, der arbeitsvertrag unterschrieben, der eintritt ins eindeutige erwachsenenalter vollzogen – verleugnen wir es, machen scherze über bands, bücher oder politische einstellungen, die damals unser lebensinhalt waren.

warum ist das so? lagen wir damals wirklich falsch? hat uns nicht all das, was wir gedacht, gefühlt und geglaubt haben, zu dem gemacht, was wir sind? sprich: könnten wir es jetzt so vehement ablehnen, wenn wir nie so gewesen wären?

weiter…

oder passiert das nur mir, die ich mir oft sekunden nach dem leugnen die frage stelle, ob dieser verrat an der wichtigsten zeit meiner entwicklung nur deshalb geschehen ist, um mein derzeitiges ich zu wahren? was zur hölle ist dieses ich, das wir jetzt, wo wir erwachsen sind, vor uns hertragen? oder glauben wir tatsächlich nicht mehr an die vergangenheit, die doch die zukunft prägen sollte?

in den kommentaren gibt’s die möglichkeit, zu posten. ich bitte sehr darum …

2 Kommentare zu „Jugendsünden, Überzeugungen, die Basis für all das, was wir sind

  1. Auf die Gefahr, mich (noch) unbeliebt(er) zu machen:
    1. Man wird reifer (zumindest einige von uns) und das verändert zwangsläufig die Sicht auf das bisschen Welt, das uns zur Verfügung steht. Auch viele Erlebnisse wirken sich auf uns aus und verändern z.B. Wertigkeiten, die berühmten Prioritäten werden neu gesetzt, vieles relativiert.
    2. Ich z.B. war schon im zarten Jugendalter der Meinung, dass jeder seinen Preis hat. Herauszufinden, dass das stimmt (und auch auf mich selbst zutrifft), schockiert mich also kein bisschen.
    3. Die Ärzte sind nach wie vor die beste Band der Welt 😉
    4. Man spielt in seinem Leben so viele Rollen, dass es schon mal vorkommen kann, den Überblick zu verlieren. Authentizität (auch und besonders sich selbst gegenüber) kommt nicht von allein, das ist harte Arbeit. Und dann findet man raus, dass man gar nicht so ist, wie man gerne wäre. (Empfehlung hierzu: Michael Endes „Unendliche Geschichte“, auch für ältere Semester ein Vergnügen)
    5. Esst keine Tiere, egal wie alt ihr seid.

    So, liebe Sonja, das war mein Wort zum Samstag 🙂

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